1. Rennen Portugal - 27. - 29. April 2012

REGENCHAOS IN PORTIMAO

Das Auftaktrennen der International GT Open fand am letzten Wochenende an der portugiesischen Algarve-Küste statt. Malerisch eingebettet in sanfte Hügelformationen findet der Motorsport-Enthusiast hier die zur Zeit modernste Rennstrecke Europas, den Autodromo do Algarve. Die Internationale GT Open und die Spanische GT konnten mit einem Fahrerfeld von insgesamt 35 Traumsportwagen aufwarten, darunter so prestigeträchtige Marken wie Ferrari 458, Porsche 911 GT3, Aston Martin Vantage, Audi R8 LMS, Lamborghini Gallardo, McLaren MP4 und auch Exoten wie die US-amerikanischen Muscle Cars Mosler und Ford GT, Lotus Evora und auch BMW M3. Als weitere Rahmenrennen gingen die European F3 Open und die Formula 2 an den Start.

Die erwarteten sommerlichen Temperaturen für die Algarve-Küste blieben leider aus und so wurden bei nur 15 Grad und nach zahlreichen Schauern versucht auf nasser Strecke eine annehmbares Setup für das Qualifying am Samstagmorgen zu finden. Leider unterbrachen zahlreiche rote Flaggen den ersten Teil des Freien Trainings, den sich Freddy Kremers Teamkollege Steven Earle ausgesucht hatte, den dieser kam kaum zum fahren. Aufgrund der Unterbrechungen verlängerte die Rennleitung die Session um 15 Minuten, was dann auf abtrocknender Strecke Freddy Kremer zugute kam. Das zweite Training am Nachmittag wurde bei trockenen Bedingungen gefahren und beide Fahrer waren mit den Einstellungen der Ingenieure vollauf zufrieden.

Schon sehr früh am Samstagmorgen wurden die Boliden für das Zeittraining auf die Strecke geschickt. Es hatte vorher geregnet, die Bahn war abtrocknend, daher entschied man sich für Slick-Bereifung. Aufgrund der herrschenden Frühkühle brachten die Piloten aber die Reifen kaum auf Temperatur. Freddy Kremer klagte über starkes Übersteuern und hatte die ersten vier Runden keinen Grip auf der Hinterachse. Dennoch sicherte er sich im Feld der Profi-Rennfahrer Position 8 für den Start am Samstagnachmittag. Sein amerikanischer Kollege Steven Earle konnte im zweiten Qualifying ebenfalls den 8. Platz herausfahren.

War es bis dahin weitgehend trocken geblieben, so ging kurz vor dem Start zum Rennen 1 um 15.00 h ein sintflutartiger Regenschauer auf die Strecke nieder. Das Rennen wurde zum Regenrennen deklariert und hinter dem Safetycar gestartet. Obwohl das Sicherheitsfahrzeug bereits nach zwei Runden wieder hereinkam, war die Sicht auf der Strecke katastrophal. Dennoch konnte Freddy Kremer zwei Konkurrenten überholen und sich auf Position 6 festsetzen. Diesen Platz verteidigte er bis zum obligatorischen Fahrerwechsel und Tankstopp und übergab an Steven Earle ohne Zwischenfälle. Earle übenahm noch mit Regenreifen, kam aber fünf Runden später wieder an die Box um auf Slicks zu wechseln. Ein gleichzeitiger Wechsel der Reifen während des Fahrerwechsels wäre laut Reglement verboten gewesen und hätte eine Durchfahrtsstrafe nach sich gezogen. Dies kostete ihn zunächst zwei Plätze, aber er kämpfte sich letzten Endes wieder um eine Position auf Platz 7 vor und brachte diesen auch bis ins Ziel.

Gleiches Bild am Sonntagmittag beim Start zu Rennen 2 um 12.30h. Auch hier war kurz zuvor ein heftiger Regenschauer niedergegangen, doch noch während das Feld auf die Startaufstellung fuhr, trocknete die Bahn merklich ab. Ein kurzes Zwiegespräch zwischen den Fahrern und Ingenieur Geo Regazzoni resultierte in einem in Windeseile durchgeführten Reifenwechsel auf Slicks. Ein kurzer Blick zum Himmel zeigte zwar wieder herannahende dunkle Wolken, doch das Team spielte in diesem Bereich auf Risiko. Der Start verlief hervorragend für den Amerikaner, doch schon in der zweiten Runde setzte wieder Starkregen ein. Da die Kollegen um ihn herum reihenweise abflogen, entschied er sich für einen Sicherheits-Reifenwechsel und kam an die Box. Dadurch verlor er wertvolle Positionen und wurde auf Platz 10 zurückgeworfen. Diesen übernahm Freddy Kremer bei einem super getimten Boxenstopp und trotz nachlassender Regenreifen auf abtrocknender Fahrbahn gelang es ihm noch eine weitere Position gutzumachen. Auf Platz 9 beendete der sichtlich enttäuschte Freddy Kremer sein zweites Rennen der neuen Saison 2012: „Ich bin sicher wir hätten weitere Positionen gutmachen können, wenn wir nicht direkt nach dem Start wieder gewechselt hätten. Aber ich kann meinem Teamkollegen Steven Earle keinen Vorwurf machen, Sicherheit geht immer vor. Die Bedingungen mit den Regenreifen wurden zum Schluß auf trockener Fahrbahn immer schlimmer. geradeso als wollte man versuchen, mit Spikes ein Rundstreckenrennen zu fahren.“

Am Rennwochenende des Auftaktrennens nahm auch zum erstenmal der neue Hauptsponsor LEO ONE teil. Die aus neun Personen bestehende Gruppe aus Vorstand und besten Vertriebsleuten konnte ein spannendes und attraktives Programm und eine exzellente Hospitality genießen.