DRAMATISCHES FINALE IN BARCELONA
KESSEL RACING GEWINNT DIE TEAM-MEISTERSCHAFT DER
GT3-WERTUNG IN DER INTERNATIONAL GT OPEN
Das letzte Rennen der Saison fand vergangenes Wochenende auf dem Circuit de Catalunya unweit der 1,6 Mio Metropole Barcelona statt. Auf dem 4,655 km langen Formel1-Kurs fand das Finale der GT2 und GT3 Meisterschaft statt. Bei spätsommerlichen 22 Grad kämpften auch die Kessel-Boliden um die begehrte Krone in der Traumsportwagen-Liga. Das volle Starterfeld von 37 Rennboliden wurde durch zahlreiche prominente Fahrer aufgewertet, u.a. steuerte Sebastian Loeb, siebenfacher Rallye-Weltmeister mit Rallye-Ass Dani Sardo einen GT3-Porsche, Nelson Piquet jun. kämpfte in einem GT2-Ferrari um die Punkte.
Freie Trainings & Qualifying
Freddy Kremer war bereits am Donnerstag nach Barcelona gereist, um sich bei einer extra angesetzten Trainingsession mit dem Kurs vertraut zu machen. Die vielen schnellen Rechtskurven führen hier zu einem so starkem Reifenverschleiß wie auf keiner anderen Strecke. Dann ist da die lange, nahezu endlos lange Gerade, die man gerne mit flachem Flügel fährt, der sich aber im kurvenreichen Teil der Strecke ungünstig auf das Fahrverhalten der Boliden auswirkt. Das wird auch durch die oft unberechenbare Winde beeinflusst und den Sand, den diese auf die Strecke wehen. Sowohl der Aerodynamik des Autos als auch den Fahrern verlangt dies einiges ab, und das auf einem Kurs, auf dem Überholen eine Kunst für sich ist.
Mit Teamkollege Benjamino Caccia, mit dem sich Freddy Kremer schon in Spa am Steuer abwechselte, wurde in den beiden Freitags-Sitzungen an einem optimalen Setup gefeilt, welches den Bedingungen der Strecke gerecht werden sollte. Das Zusammenspiel von Aerodynamik und Dunlop-Reifen auf dem extrem rauhen Asphalt stellte die Crew um Freddy Kremer vor eine schwierige Herausforderung. Zudem erschwerten häufige und lange Rotphasen, hervorgerufen durch diverse Ausritte ins Kiesbett die Testarbeit im Freien Training als auch im Qualifying. Der Italiener Benjamino Caccia fuhr die 12. Startposition heraus, Freddy Kremer erkämpfte sich im Feld der Profifahrer Platz 13.
Rennen 1 & 2
Teamkollege Benjamino Caccia fuhr am Samstag den Start und konnte sich auf Anhieb um zwei Plätze verbessern. Im Verlauf der ersten 25 Minuten verlief alles Bestens und Caccia kämpfte sich bis kurz zum offiziellen Boxenstopp auf den achten Platz vor. Doch plötzlich meldete der Italiener Probleme an die Boxencrew und untermauerte dies zusätzlich noch mit einem Abflug ins Kiesbett. Caccia konnte zwar das Rennen fortsetzen, aber nur unter schwierigsten Bedingungen, denn das ABS war ausgefallen. Der obligatorische Fahrerwechsel wurde noch durchgeführt und Freddy Kremer versuchte alles um das Rennen fortzusetzen, doch ohne ABS war es unmöglich, den Ferrari auf der Strecke zu halten. Schweren Herzens mußte Kremer das Rennen 28 Minuten vor Schluß aufgeben.
Für das Rennen am Sonntag rechnete sich das Team um Freddy Kremer eine Position in der Top-Ten aus. Kremer fuhr den Start und positionierte sich am Ende der Start-Ziel-Gerade strategisch äußerst günstig, um Boden gutzumachen. Niki Cadei, der Kessel-Teamkollege von Meisterschafts-Anwärter Marco Frezza, war am Ende des Feldes gestartet und schoß nun von hinten an Freddy Kremer heran. Kremer ging zur Seite um dem Italiener Platz zu machen und wurde dabei von Bernd Kleinback im Attempto-Porsche gerammt, der in Ermangelung des nötigen Weitblicks den Ferrari des Starnbergers völlig übersah. Der Ferrari Scuderia erhielt einen heftigen Schlag von rechts und wurde dabei stark beschädigt. Ein kurzer Check beim Vorbeifahren an der Box signalisierte jedoch, daß der Rennbolide doch noch fahrtüchtig war und Kremer sein Rennen fortsetzen konnte. In exzellenter Manier eroberte Freddy Kremer nun Position um Position und lieferte den Ferrari an siebter Stelle liegend an der Box zum Fahrerwechsel ab. Teamkollege Caccia konnte die Position aufgrund nachlassender Reifenperformance nicht halten und mußte sich mit einem achten Platz zufriedengeben, der aufgrund der Profidichte im Feld sehr stark bewertet werden kann.
Niki Cadei übergab seinen Ferrari an Teamkollege Marco Frezza an zweiter Stelle liegend, der diesen Platz auch nach Hause brachte. Das italienische Duo stand zwar nur als Zweite auf dem Podium, gewannen aber damit die GT3-Fahrerwertung. Mit dem zusätzlichen Gewinn der GT3-Team-Meisterschaft wurde das Kessel Racing Team für seine herausragende Arbeit 2010 am Ferrari Scuderia belohnt und setzt somit den Schlußpunkt unter eine erfolgreiche und bewegende Saison.