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Rennbericht

FIA GT3 EUROPÄISCHE MEISTERSCHAFT
RUNDE 2 – BUKAREST 17. – 20. MAI 2007


An diesem Wochenende verwandelte sich dank Hermann Tilke und der SRO die Innenstadt von Bukarest in eine Rennstrecke mit voll funktionsfähigem Fahrerlager und Boxenanlage sowie Straßenschluchten à la Monaco im Schatten des mächtigen Parlamentsgebäudes, das majestätisch über allem thronte. Nur die rumänischen Wetterkapriolen waren in der Planung der Verantwortlichen nicht vorgesehen. Diese machten den Teams und Fahrern einen dicken Strich durch die Punkterechnung und degradierte sämtliche Aktivitäten auf der Strecke zu einem Lotteriespiel.

Am Freitag morgen war die FIA GT3-Welt noch in Ordnung. Neuer Asphalt auf Teilstücken der Strecke, leichte Bodenwellen hier und da, enge Schikanen, leichte Steigungen und Gefälle, ein halber Kreisel vor der Start-Ziel-Gerade, alle Fahrer standen vor einer neuer Herausforderung und testeten ausgiebig in den beiden freien Trainings den 3.111 km langen Kurs. Trotz mehrerer Rot-Phasen konnten Freddy Kremer und Ronnie Kessel, sein Teamkollege für Bukarest, die beiden Trainingssitzungen unbeschadet überstehen und ein ideales Setup für das Qualifying am Samstag herausarbeiten.

Der Samstag begann regnerisch und sollte so bleiben. Zeitweilige Aufhellungen trockneten die Strecke mäßig ab, aber es musste jederzeit wieder mit einem Regenschauer gerechnet werden. Ronnie Kessel fuhr das erste Zeittraining und qualifizierte sich auf Position 16. Pole Position fuhr Richard Williams in einem Porsche 997 GT3, die erwartungsgemäß bestens mit der Strecke zurecht kamen. Bester Ferrari wurde Ian Khan aus dem JMB-Team auf dem 8. Platz, Gilles Vannelet aus dem Kessel-Rennstall wurde Neunter, Paul Warren im dritten Kessel-Ferrari kam auf Position 37.

Freddy Kremers Zeittraining begann unproblematisch, seine Zeiten verbesserten sich von Runde zu Runde. Planmäßig kam er in der 5. Runde zum Reifencheck herein. Eine kurze Rotphase ausgelöst durch den Reifenschaden eines Ascari und Motorschaden eines Porsche, unterbrach das Qualifying für sieben Minuten. Um 11.19 Uhr war die Strecke wieder frei und Kremer wollte erneut auf Zeitenjagd gehen. Zwei Minuten später fand diese doch ein jähes Ende im Heck der Dogde Viper des Briten Robert Wilson, der wiederum hinter der nicht einsehbaren Schikane einen stehenden Ascari abschoss und damit beide Autos schwer beschädigte. Ein zweiter Ascari wurde ebenfalls in den Unfall verwickelt und schlitterte ins Heck von Kremers Ferrari. Kurz vor Schluß des zweiten Qualifyings ereignete sich eine zweite weitaus tragischere Kollision, in dessen Verlauf der Pole Sitter Ben Collins im Ascari schwer verletzt ins Bukarester Krankenhaus eingeliefert werden musste. Als bester Ferrari wurde Stephane Daoudi im JMB-Ferrari als Vierter abgewunken, Henri Moser, der Gewinner von Silverstone belegte nur den 12. Rang, Chris Hyman, Teamkollege von Paul Warren wurde 27.

In einer Rekordzeit von 2,5 Stunden reparierte die professionelle Crew von Loris Kessel den Nr. 37 Ferrari von Freddy Kremer und Ronnie Kessel, um beiden die Teilnahme für das erste Rennen am Samstag Nachmittag zu ermöglichen. Die schwere Beschädigung vorne links konnte problemlos behoben werden, denn es waren keine tragenden Teile oder wichtige Aggregate betroffen. Beide Stoßstangen vorne und hinten wurden getapt und für den Einsatz im Rennen wieder bestens vorbereitet.

Das Rennen 1 wurde aus Sicherheitsgründen hinter dem Safety-Car gestartet und Ronnie Kessel meldete zunächst Probleme mit der Wassertemperatur. Der immer wieder leicht einsetzende Regen verwandelte die Strecke in eine Rutschpiste und Ronnie Kessel wurde an 23. Position geführt. Schon nach 15 Minuten wurde die erste Safety-Car Phase mit der Kollision zwischen einem Porsche und einem Ascari eingeläutet und bescherte dem Team einen Fahrerwechsel unter Gelb. Nach dem Restart gelang Freddy Kremer eine vulminante Aufholjagd, die in bis in Runde 19 auf den 13. Platz vorbrachte als die Dramatik des Tages in ein weiteres Kuriosum gipfelte. Minutenlang trieb sich ein Hund auf der Strecke herum und lief mit den Rennfahrzeugen um die Wette, bis er dann irgendwo abbog und in den Straßen von Bukarest verschwand. 16 Minuten vor Schluß des Rennens setzte starker Regen ein und die Kessel-Crew beschloss die Fahrer auf Regenreifen umzurüsten. Das kostete Kremer den 13. Platz und er reihte sich an 16. Position wieder ins Rennen ein. Toni Seiler im BMS Aston Martin setzte den dramatischen Schlusspunkt des Rennens als er spektakulär in die Mauer abflog und den Hexis Aston Martin mit Frederic Makowiecki mit ins Verderben riss. In der darauf einsetzende Safety Car Phase wurde das Rennen beendet und bescherte den JMB-Ferrari von Khan/Daoudi den ersten Sieg vor dem Ford GT des Fahrerduos Mutsch/Barket und den Führenden der Meisterschaft, Moser/Vannelet.

Am Sonntag Vormittag wurde Rennen Nr. 2 wiederum hinter dem Safety-Car gestartet und wieder machten die Wetterkapriolen von Bukarest ein normales Rennen fast unmöglich. Aufgrund seines Unfalls im Qualifying am Samstag musste Freddy Kremer aus der 15. Reihe starten, konnte aber unter den schwierigen Umständen gut mithalten und zum Fahrerwechsel an 28. Position übergeben. Kurz nachdem Kessel jun. den Ferrari übernommen hatten, kam die erste Safety-Car-Phase, ausgelöst durch den Crash zweier Lamborghini im stärker werdenden Regen. Das Team holte Ronnie zum Reifen-wechsel rein und dieser verbesserte sich in der anschließenden Safety-Car-freien Phase auf Position 19 als der Abflug eines Aston Martin wiederum eine Gelb-Phase auslöste. Neun Minuten vor Schluß fuhr das Sicherungsfahrzeug wieder an die Box und Ronnie konnte in der verbleibenden Schlussphase bis auf die 16. Position vorfahren. Ihren ersten Sieg konnte das Fahrerduo Campenhoudt/Bera im Ford GT feiern, gefolgt von zwei Porsche Teams. Das erfolgreiche Kessel-Ferrari Duo Moser/Vannelet musste in der zweiten Gelbphase mit Antriebswellen-Schaden ausscheiden. Chris Hyman und Paul Warren im dritten Kessel-Ferrari verpassten nur knapp das Siegerpodium des Ferrari Cups auf dem neunten Rang.