FIA GT3 European Championship
4. Lauf – 21. – 23. September 2007 Brno
Die 120 km nördlich von Wien gelegene Rennstrecke von Brno war diesmal Austragungsort des vierten Laufes zur FIA GT3 Europäische Meisterschaft. Kremer Racing reiste zum ersten Mal im Rahmen dieser Meisterschaft nach Tschechien und hatte sich für dieses Wochenende zur Verstärkung Marco Seefried an Bord geholt. Die traumhaft gelegene Rennstrecke mit einem aussergewöhnlichem Streckenlayout fasziniert durch extreme Höhenunterschiede und schnelle Kurvenpassagen und wurde daher noch am Donnerstag Abend von beiden Fahrern mit einer Begehung intensiv unter die Lupe genommen.
In den freien Trainings konnten beide Piloten bei guten Wetterbedingungen ein einigermassen zufriedenstellendes Setup herausarbeiten. Im ersten Training am Freitag vormittag legte Neuzugang Marco Seefried aufgrund einer längeren Rotphase nur drei Runden auf dem 5,4 km langen Kurs zurück. Doch bereits am frühen Nachmittag gelang ihm mit der drittschnellsten Zeit von 2.06.828 schon eine kleine Sensation.
Eine intensive Analyse der ausgewerteten Daten und einige kleinere Veränderungen am Setup bescherte Freddy Kremer im ersten Durchgang des zwanzigminütigen Zeittrainings eine Bestzeit von 2.08.963. Mit viel Verkehr und einigem Untersteuern kämpfend gelang ihm Platz 22 im Feld von 38 Teilnehmern. Die Leistungsdichte im zweiten Teil des Zeittrainings war aufgrund der hohen Qualität der Fahrer extrem stark, dennoch qualifizierte sich Marco Seefried mit einer 2.04.793 auf einem exzellenten Platz 11. „Mit weniger Verkehr auf meiner Runde hätte ich eine wesentlich bessere Position herausfahren können“, zeigte sich der Wemdinger jedoch relativ unzufrieden nach Ende des Qualifyings.
Das erste Rennen am Samstag nachmittag wurde bei wolkenlosen Himmel und sonnigen 20 Grad gestartet. Freddy Kremer fuhr den ersten Turn und entging in der ersten Runde nur knapp einem Horror-Crash, in den ein Aston Martin, ein Ascari, ein Morgan und ein Lamborghini verwickelt waren. Nach der anschließenden Safety-Car-Phase wurde Kremer auf Position 25 geführt. In einer starken Anfangsphase gelingt es ihm die Corvette zu überholen und Platz 24 einzunehmen. Durch starkes Untersteuern behindert musste er sowohl die angreifende Dodge Viper, als auch den Morgan Aero und einen Porsche ziehen lassen und fiel auf Position 27 zurück. Marco Seefried übernahm nach 31 Rennminuten den Ferrari und kam an Position 24 aus seiner ersten Runde zurück. In einer vulminaten Aufholjagd kämpfte er sich bis Rennende auf den 12. Platz vor und überholte dabei die beiden Dodge Viper mit Greenhalgh und Ellis, die beiden Lamborghini mit Haase und Grobl sowie den Porsche mit dem Belgier Tom Cloet am Steuer.
Der Start zum zweiten Rennen am Sonntag vormittag ging zwar ohne Zwischenfälle über die Bühne, dafür verschliefen aber einige Fahrer in den ersten Reihen die grüne Ampel komplett. Marco Seefried nutzte die Chance hemmungslos aus und fuhr direkt auf Platz 8 vor, mit Teamkollege Henri Moser im Rückspiegel, der allerdings aus der ersten Reihe gestartet war. Gleich in der zweiten Runde schnappte sich Seefried noch den Ford GT von Thomas Mutsch und rangierte somit auf der siebten Position, den Italiener Diego Alessi im Aston Martin schon in Sichtweite. In Runde vier überholte Seefried den Italiener souverän, doch Alessi wollte sich dies nicht gefallen lassen. In einer der nächsten Kurven plante der Italiener die Attacke auf Seefried, verbremste sich aber derart stark sodaß eine Kollision mit dem Ferrari unausweichlich schien. Seefried, der im Rückspiegel das Manöver beobachte, wich der Kollision geschickt aus, mußte aber zwei Verfolger ziehen lassen, während sich Alessi zunächste drehte, das Rennen aber wieder aufnehmen konnte. An Position sieben liegend übergab Seefried an Teamkollege Freddy Kremer, der nach tadellosem Rennen den Ferrari als Elfter über die Ziellinie fuhr.
Mit Platz 12 im ersten Rennen und Platz 11 im Zweiten gelang Kremer Racing mit der Fahrerpaarung Kremer/Seefried die bis dahin beste Plazierung in der Europäischen Meisterschaft und rangiert in der Ferrari-Wertung weiterhin auf Platz 2. Das Führungsduo Moser/Vannelet mußte in Brno hingegen eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Mit Platz 3 im ersten Rennen und Platz 4 im zweiten Durchgang konnten sie ihre Führungsposition zwar weiterhin behalten, büssten aber auf ihre Verfolger Von Gartzen/Pirri auf der Corvette wertvolle Punkte ein.
Im internen Franken-Duell zwischen Freddy Kremer und Christopher Haase auf dem Lamborghini zog der junge Kulmbacher diesmal den Kürzeren. Der in der deutschen Meisterschaft ansonsten sehr erfolgsverwöhnte 19-jährige kam im Qualifiying nicht über Platz 30 hinaus. Auch in den beiden Rennen hatte Haase diesmal das Nachsehen. Mit Position 14 im ersten Rennen und Position 15 im zweiten Durchgang lag er diesmal deutlich hinter dem Stadtsteinacher Freddy Kremer.
Für das nächste Rennen reist Kremer Racing in drei Wochen zum Hockenheimring. Im Rahmen des DTM-Finale wird der letzte Lauf des ADAC GT Masters ausgetragen und das vor beeindruckender Zuschauerkulisse. Neben der DTM werden an diesem Wochenende die Läufe des Porsche Carrera Cup und des Seat Leon Supercopa ausgetragen.
München, 24.09.2007